Jimdo zählt zu den größten Anbietern von Homepage-Baukästen auf dem internationalen Markt und ist der größte deutsche Anbieter dieser Dienstleistung weltweit. Das Unternehmen bietet ein kostenloses Homepage-Paket sowie mehrere Premium-Tarife mit deutlich mehr Funktionen. Das Unternehmen wurde 2007 in Hamburg gegründet und bietet sein Produkt in insgesamt acht Sprachen an.

In einer Zeit in der Anbieter wie GeoCities und 1und1 den Homepage-Baukasten-Markt dominierten, wurde Jimdo im Februar 2007 durch Matthias Henze, Fridtjof Detzner und Christian Springub ins Leben gerufen. Das Ende des einstigen Marktführers GeoCities kam dem frisch gegründeten Unternehmen schon 2009 gelegen, als Jimdo bekannt gab, dass es als „Rettungsbot für Geocities“ fungieren würde. Im Rahmen dieser Kampagne bot Jimdo Geocities-Kunden einen Rabatt in Höhe von 10 Prozent, falls Nutzer von GeoCities und Google Page Creator zu JimdoPro umziehen würden.

2010 wurde zusätzlich eine Shop-Lösung eingeführt, die es Jimdo-Nutzern erlaubte E-Commerce Aktvititäten zu verfolgen. Im selben Jahr zog United Internet seine Anteile zurück um das eigene Produkt, den 1und1 Homepage-Baukasten zu stärken. Im Februar 2012 konnte Jimdo 5 Millionen Webseiten verzeichnen, im November 2013 10 Millionen Webseiten. Im März 2017 zählte das Unternehmen 20 Millionen Webseiten, die mit Jimdo entwickelt wurden.

Am 8. Juni 2015 wurde bekannt gegeben, dass das amerikanische Unternehmen Spectrum Equity 25 Millionen Euro in Jimdo investiert. Mit diesem Investment hält Spectrum Equity einen Anteil in Höhe von 26,7% an der Jimdo GmbH. Im Jahr 2016 musste sich Jimdo aus wirtschaftlichen Gründen von einem Viertel der Belegeschaft trennen. Das Unternehmen hat heute seinen Hauptsitz in Hamburg, unterhält jedoch auch Niederlassungen in Tokio und beschäftigt insgesamt 200 Mitarbeiter aus 15 Ländern.

Das Leistungsangebot von Jimdo lässt sich grundsätzlich mit dem Portfolio anderer Anbieter in diesem Marktsegment vergleichen: Das Basis-Paket von Jimdo ist kostenlos, jedoch muss sich der Anwender auf eine Subdomain beschränken, diese lautet z.B. beispiel.jimdo.com. Darüber hinaus erlaubt dieses Paket die Listung von 5 Artikel mit Shop-Funktion. Abgerundet wird das Portfolio durch die drei Premium-Tarife Jimdo Start, Jimdo Grow sowie Jimdo Unlimited.

Im Jahr 2014 ergänzte das Unternehmen sein Leistungsportfolio mit einer App für Android und iOS. Diese App hielt zu Beginn einfache Funktionen wie etwa die Entwicklung einer einfachen Jimdo-Webseite, die Möglichkeit Veränderung an bestehenden Seiten vorzunehmen sowie Statistiken zu einer bestehenden Jimdo-Seite und Blog-Artikel. Auch Bilder und Videos können über die Jimdo-App in eine bestehende Seite geladen werden.

In den entsprechenden Zielgruppen kommt das Produkt gut an, wenn auch der Leistungsumfang im Vergleich zu individuellen Lösungen deutlich eingeschränkt ist. Wer beispielsweise eine rechenstarke Lösung für sein Geschäft sucht, wird bei Jimdo an seine Grenzen kommen. Warum das Produkt jedoch für einen beträchtlichen Kreis an Anwendern gut geeignet ist, werden wir im folgenden erläutern.

Statistiken zu Jimdo

Statistische Verteilung von Jimdo-Baukästen im Internet.
Quelle: https://trends.builtwith.com/cms/Jimdo

Die Seite trends.builtwith.com befasst sich mit der statistischen Verteilung von Homepage-Baukästen im Internet, insbesondere in der Verteilung von Homepage-Baukästen in Traffic-starken Webseiten.

Laut dieser Quelle ist Squarespace mit einem Anteil von 44% in den Top 1 Millionen besucherstärksten Webseiten nach wie vor der stärkste Anbieter, gefolgt von Wix.com auf dem zweiten Platz mit einem Marktanteil von 22% in derselben Gruppe. Den dritten Platz teilt sich Jimdo mit dem US-amerikanischen Unternehmen Artisteer sowie dem GoDaddy Website Builder mit jeweils 4%. Für Jimdo äußert sich dies in einem Anteil von 838 Seiten in den Top 1 Million besucherstärksten Webseiten. In allen Top 1 Million Webseiten entspricht dies einem Marktanteil von 0,08%.

Derzeit sind ca. 351.000 Jimdo-Seiten weltweit live, davon 134.440 Seiten in Deutschland. In den USA werden 95.843 Seiten mit Jimdo betrieben, auf dem dritten Platz folgt die Schweiz mit 32.055 Seiten auf Jimdo-Basis. Wie bereits erwähnt, enthalten die Top 1 Mio. besucherstärksten Webseiten insgesamt 838 Jimdo-Seiten. Unter den Top 100.000 Webseiten sind es immerhin noch 7 Seiten, in den Top 10.000-Seiten ist es eine Seite. In Deutschland, der Schweiz und Österreich ist Jimdo die populärste Hosted-Solution-Lösung. Zu den größten Konkurrenten auf dem internationalen Markt zählen Squarespace, Artisteer, der 1und1 IONOS Homepage-Baukasten sowie Wix.com. Alle genannten Anbieter haben einen vergleichbaren oder höheren internationalen Marktanteil als Jimdo.

Interessant ist die Entwicklung in Sachen Verbreitung des Jimdo-Homepage-Baukastens innerhalb der letzten 10 Jahre. Während das Unternehmen bis 2010 eine geringe bis kaum vorhandene Relevanz hatte, schoss die Verbreitung innerhalb eines Jahres auf 200.000 Installationen, nach zwei Jahren, um 2014, waren 450.000 Jimdo Webseiten online. Diese Zahl fiel kurz darauf und erreichte ihren Tiefpunkt um 2016 als das Unternehmen nur 150.000 Seiten im gesamten Web verzeichnete. Bis Januar 2019 konnte sich Jimdo rehabilitieren und war in diesem Zeitraum mit knapp 450.000 Homepages vertreten.

In den Top 100.000 Webseiten ist die Entwicklung nicht ganz so dramatisch. Hier gibt es eine stetige Entwicklung seit 2011. Gerade in den letzten Jahren läuft die Entwicklung nach dem Motto zwei Schritte vorwärts, ein Schritt zurück, zwei Schritte vorwärts. In den Top 100.000 Webseiten war Jimdo 2013 mit zwei Webseiten vertreten, zum Oktober 2014 konnte ein Anstieg auf bis zu 12 Seiten festgestellt werden, Stand Januar 2019 sind es zwischen 10 und 12 Seiten, die in den Top 100.000 Seiten live sind.

Eine vergleichbare Entwicklung lässt sich für die Top 10.000 Seiten feststellen, wenn auch die Zahl seit September 2016 deutlich gesunken ist. In diesem Zeitraum liefen in den Top 10.000 Seiten 5 Seiten auf Jimdo-Basis, der Wert ist jedoch bis Anfang 2019 deutlich gesunken. Mittlerweile werden zwischen 1 und 2 Seiten unter den Top 10.000 Seiten auf Jimdo-Basis betrieben.

In Deutschland und auf dem internationalen Markt lässt Jimdo einige prominente Anbieter weit hinter sich. Gerade im deutschsprachigen Raum gibt es keinen anderen Anbieter, der ernsthaft mit Jimdo konkurrieren kann. Die Anbieter, die dem Hamburger Startup am nächsten kommen sind Wix.com sowie der 1und1 IONOS Homepage-Baukasten. Auf dem internationalen Markt hat Wix.com auf Grund seiner internationalen Verbreitung und der Vielzahl der Spracheinstellungen die Nase vorne. Im US-amerikanischen Markt dürfte es auch in den nächsten Jahren schwer für Jimdo sein, an dem Weltmarktführer Squarespace vorbeizukommen.

Leistungsumfang von Jimdo

Jimdo gehört zu den Anbietern, die eine vollständig kostenlose Lösung für Anwender anbietet – vorausgesetzt man kann sich mit Werbebannern und einer Subdomain anfreunden. Diesen Freemium-Aspekt hat Jimdo somit den größten Konkurrenten im deutschsprachigen Raum 1und1 IONOS und Wix.com voraus, beide Anbieter bieten zwar günstige Einsteiger-Pakete, die vollständig kostenlose Lösung bietet derzeit nur Jimdo.

Auf der Webseite jimdo.com stellt der Anbieter die wichtigsten Vorteile des eigenen Produkts in den Vordergrund. Wir gehen systematisch auf dieses Leistungsportfolio ein und sehen uns auch die Nachteile eines Jimdo-Baukastens gegenüber der Konkurrenz im Detail an.

Zunächst lässt sich unterstreichen, dass der Domainumzug von einem anderen Hoster zu Jimdo relativ einfach vonstatten geht. Die bisher registrierte Domain kann entweder zu Jimdo umgezogen werden oder mittels Weiterleitung auf die Jimdo-Page verweisen. Darüber hinaus ist der Wechsel zwischen den einzelnen Tarifen relativ trivial: Eine kostenlose Webseite kann mittels Upgrade zu einem höheren Tarif verbessert werden, bestehende Inhalte werden hierbei übernommen.

Sämtliche kostenpflichtige Jimdo-Tarife bietet der Anbieter in 12- und 24-Monats-Verträgen an. Die Kosten sind jeweils im Voraus zu bezahlen, die Kündigungsfrist beträgt 4 Wochen zum Ende des Vertragszeitraums. Sofern keine Kündigung erfolgt, verlängert sich das Angebot automatisch um 12 bzw. 24 Monate, je nach dem welcher Vertragszeitraum ursprünglich gewählt wurde.

Tarife im Detail

Die Tarife von Jimdo gliedern sich in zwei unterschiedliche Gruppen: Jimdo Dolphin und Jimdo Creator. Während die erste Lösung einen E-Commerce-Ansatz bietet, richtet sich das Creator-Angebot stärker auf Anwender, die eine einfache Webseite entwickeln möchten.

Die Leistung von Jimdo gliedert sich in „Dolphin“ und „Creator“

Jimdo Dolphin

In der Dolphin-Lösung erhalten Kunden in jedem Premium-Paket folgende Mindestleistung: Hosting, Premium-Support, keine Einrichtungsgebühr, HTTPS-Verschlüsselung.

Das Einsteiger-Paket bewirbt der Anbieter mit dem Satz „Jeder sollte eine Website haben, probier‘ es aus“. Für 0,00 EUR erhält der Anwender die wichtigsten Dolphin-Grundfunktionen sowie eine jimdosite.com-Subdomain. Dieses Produkt richtet sich an diejenigen, die nicht mehr als die Grundfunktionen einer Webseite benötigen, beispielsweise für ein zeitlich begrenztes Projekt, für eine Testwebseite oder etwa für einen privaten Blog. Der Speicherplatz liegt bei 500 MB, ein zusätzlicher Support sowie E-Mail-Weiterleitungen sind hier nicht vorgesehen.

Im Tarif Start ist für 9,00 EUR monatlich immerhin eine eigene Domain enthalten. Auch dieses Paket hat eine stark eingegrenzte Zielgruppe, die hauptsächlich aus Bloggern und Kleinstunternehmen besteht, die großen Wert auf eine eigene Domain legen. Anwender können im Tarif Start mit 5 GB Speicher arbeiten.

Als beliebteste Option bezeichnet Jimdo den Tarif „Grow“, der für 15,00 EUR im Monat zu haben ist. Dieses Paket richtet sich an Selbstständige und Unternehmen, die eine professionelle Webseite benötigen. Neben der eigenen Domain erhält der Anwender SEO-Funktionen sowie 5 E-Mail-Weiterleitungen. Natürlich kann statt einer neuen Domain auch eine bestehende Domain in den Hosting-Service von Jimdo umgezogen werden. Der Speicherplatz in diesem Paket beträgt 15 GB.

Im Tarif ECOMMERCE erhalten Kunden für 19,00 EUR im Monat neben den aus den genannten Paketen bekannten Features die Möglichkeit unbegrenzte Shop-Artikel einzustellen. Im Tarif Ecommerce liegt der Speicherplatz bei 15 GB. Hierbei ist es möglich 50 Unterseiten einzustellen.

Abgerundet wird Jimdo Dolphin mit dem Unlimited-Paket, das seitens des Anbieters auch als Rundum-sorglos-Paket bezeichnet wird. Neben den genannten Leistungen erhält der Kunde „blitzschnellen Support“ sowie eine unbegrenzte Anzahl an Unterseiten. „Blitzschnell“ definiert Jimdo als Support mit Antwortzeiten unter einer Stunde. Der Speicherplatz ist 15 GB groß, es können also große Mengen an Bilder, Texte und Videos hochgeladen werden. Gerade bei datenintensiven Online-Shops mit einer Vielzahl von Artikeln und Artikelvariationen dürfte dieser Tarif am attraktivsten sein.

Jimdo Creator

der Free-Tarif ist mit dem kostenlosen Produkt der Dolphin-Gruppe vergleichbar: Für 0,00 EUR erhalten Anwender 500 MB Speicher, sowie 5 Produkte im Online-Shop. Der Tarif eignet sich gut als Testplattform sowie für sehr kleine Läden, die schrittweise die Umstellung vom stationären Handel zum Online-Shop vollziehen möchten.

Im Pro-Tarif sind die Leistungsmerkmale geringfügig umfangreicher. Für 9,00 EUR im Jahr ist für Kunden im ersten Jahre eine kostenlose Domain enthalten. Für die Webseite stellt der Anbieter in diesem Tarif 5 GB GB Speicherplatz zur Verfügung. Zusätzlich sind in diesem Paket ausführliche Statistiken unbegrenzt sowie Produkt-Optionen im Online-Shop inklusive. Diese Lösung eignet sich für Kleinstunternehmen mit einer stark begrenzten Produktpalette.

Der Business-Tarif zählt zu den populärsten Baukasten-Lösungen und bietet neben den oben genannten Leistungen eine unbegrenzte Speichermöglichkeit für 15,00 EUR im Monat. Die Statistiken sind ebenso inklusive wie das E-Mail-Paket. Die Seite erlaubt zudem vollständige SEO-Funktionen sowie Produktlistungen. Auch Gutscheinfunktionen sind unlimitiert. Damit richtet sich das Business-Paket an kleine Unternehmen und Shop-Betreiber.

Der Shop-Tarif ist bis auf ein Leistungsmerkmal identisch mit dem Business-Tarif. Als entscheidender Vorteil kommt hier lediglich die Einbindung aller Zahlungsoptionen wie beispielsweise PayPal und Sofortüberweisung zum tragen. Dasselbe gilt für den Platintarif, der zusätzlich ein Profi-SEO-Addon im Wert von 100,00 EUR sowie eine Expertenbewertung der Webseite implementiert.

Als Nachteil beider Produktgruppen kann in erster Linie die Schwäche genannt werden, die alle Website-Baukästen betrifft: Die Individualität. Zwar bietet Jimdo im Vergleich zu bspw. Wix.com einen unbegrenzten Speicher in drei Tarifen und somit deutlich mehr Spielraum für datenintensive Lösungen, trotzdem eignet sich diese Lösung hauptsächlich für Kleinstunternehmen, Kleinunternehmen und Mittelbetriebe. Die Vorteile und die Kosteinsparnisse sind für diese Zielgruppen jedoch kaum hoch genug einzustufen. Während man bei einer Agenturlösung mit rund 50.000 EUR rechnen kann, erhält der Anwender im Jimdo Tarif für zwei Jahre eine gute Lösung im dreistelligen Euro-Bereich.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass Jimdo seiner Spitzenreiter-Position auf dem deutschen Markt durchaus gerecht werden kann. Zum einen gehört Jimdo zu den wenigen Anbietern die eine unbegrenzte Bandbreite sowie Festplattenspeicher anbieten, zum anderen ist Jimdo einer der wenigen Anbieter, der zwar eine eingeschränkte aber vollständig kostenlose Lösung anbietet.

Jimdo ist für Unternehmen und Selbstständige zu empfehlen, die keine Zeit und kein Budget für individuelle Agenturlösungen haben aber dennoch im Internet erfolgreich sein möchten. Aus zwei Produktgruppen und je 5 Tarifen dürfte mehr als 80% der Zielgruppe eine entsprechende Lösung erstellen können.