Werbeblocker AdBlock : Ein kleines Addon mit großen Auswirkungen

Schaut man sich die Anzahl an Nutzern von Werbeblocker an, so kommt man im Jahr 2016 in Deutschland auf 29 %. In Griechenland oder Irland waren es sogar 39 %. Interessant zu beobachten ist jedoch, dass nach einer Auswertung der Zahlen für das vierte Quartal 2016 des Online-Vermarkterkreises (OVK) die Zahl der Adblocknutzer im Vergleich zum Vorquartal von 19,1% auf 17% gesunken ist. Dies lässt sich mit der Verlagerung der Nutzung auf mobile Devices, auf denen Adblocker-Nutzung derzeit kaum genutzt wird erklären.

Seit einigen Jahren gibt es einen heftigen Streit zwischen der werbetreibenden Wirtschaft sowie den Betreibern von werbefinanzierten Internet-Angeboten auf der einen und Anbietern von Werbe-Blockern wie zum Beispiel Adblock Plus auf der anderen Seite.

Allein gegen Eyeo, dem Unternehmen hinter Adblock Plus, laufen derzeit vor Gericht 3 große Verfahren. Die Kläger plädieren für ein gänzliches Verbot und verlangen Schadensersatz. Des Weiteren steht der Werbeblocker von Eyeo aber auch stark in der Kritik, weil das Unternehmen teilweise Ausnahmen in der Blockierung macht. Gegen die Zahlung einer bestimmten Summe Geld, wird die eigene Werbung doch freigeschaltet, auch wenn der Adblock aktiviert ist. Man kann sich also quasi auf eine Whitelist “einkaufen”. Auch hier läuft ein Prozess gegen Eyeo. Das Urteil vor dem Oberlandesgericht in München soll am 29. Juni 2017 verkündet werden. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit zwei Strafanzeigen des Axel-Springer-Verlags, in denen dem Unternehmen unter anderem vorgeworfen wird, es habe vor Gericht falsche Angaben gemacht. Auf Anfrage gab der Eyeo-Geschäftsführer Till Faida folgendes Statement ab : „Das war der Versuch eines Großkonzerns, unser Start-Up einzuschüchtern. Wir sind aber äußerst zuversichtlich, dass das Verfahren bald eingestellt wird.“

Axel-Springer beschuldigt Eyeo der gewerbsmässigen Urheberrechtsverletzung.

Die Axel-Springer Tochter Bild startete im Jahr 2015 einen Blocker für Werbung unterdrückende AddOns auf ihrer Website Bild.de. Kurze Zeit darauf tauchte im offiziellen Forum von Adblock Plus ein Post auf, der Codes zur Umgehung der Blockade enthielt. Dieses Posting will Axel-Springer jetzt rechtlich verfolgen.

Im Januar wurde auf Anfrage des Online-Magazins “golem” von Seiten des Unternehmens bestätigt, dass es Durchsuchungen in Geschäftsräumen des Unternehmens gab. In Köln und Berlin wurden bereits 3 Privatwohnungen durchsucht und einer Mitarbeiterin von Eyeo zufolge, beschlagnahmten die Ermittler bei der Durchsuchung diverse technische Geräte wie Laptops und Smartphones.

Axel Springer möchte nicht nur Adblock Plus, sondern auch die Easylists verbieten lassen. Also frei herunterladbare Listen für das Blockieren von länderspezifischer Werbung.

Ein erfolgreiches Verbot dieser Easylists würde sich nicht nur auf die Nutzer von Adblock Plus auswirken, denn auch andere Anbieter wie UBlock oder AdBlock Edge nutzen solche Listen.

Quellenangaben:

http://www.tagesspiegel.de/medien/adblock-nutzung-fast-jede-fuenfte-online-anzeige-wird-geblockt/19532976.html
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/328196/umfrage/anteil-der-adblock-nutzer-in-ausgewaehlten-laendern/
https://www.golem.de/news/adblock-plus-staatsanwaltschaft-durchsucht-werbeblocker-anbieter-eyeo-1701-125866.html
http://www.ovk.de/ovk/ovk-de/online-werbung/daten-fakten/downloads.html